Im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung der Transparenz, stellt das KOBA seinen Jahresbericht seit 2023 auch in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung.
Für das KOBA zeigte sich das Jahr 2024 zweierlei. In der ersten Jahreshälfte beobachteten wir weiterhin eine hohe Zahl von Bedrohungsmeldungen, die größtenteils auf die zunehmenden internationalen Spannungen zurückzuführen waren, vor allem wegen des Kriegs im Gazastreifen. Im Laufe der zweiten Jahreshälfte verbesserte sich die Lage. Die Zahl der Bedrohungsmeldungen ging zurück, ebenso wie die Bedrohungen gegen die jüdische und die israelische Gemeinschaft, die seit Oktober 2023 erheblich angestiegen waren. Der internationale Kontext blieb allerdings sehr unbeständig. Auch wenn unser Land 2024 von Terroranschlägen verschont blieb, gab es im Westen mehrere Anschläge. Die Sicherheitsdienste und die Staatsanwaltschaft befassten sich auch mit der Weiterverfolgung zahlreicher Fälle, die regelmäßig zu Verhaftungen führten. In der Gemeinsamen Datenbank T.E.R. (GDB T.E.R.) beobachteten wir einen allgemeinen Rückgang der Zahl der aufgenommenen Personen, was jedoch vor allem auf die Löschung zahlreicher FTF zurückzuführen war, von denen mit großer Sicherheit angenommen wird, dass sie in Syrien oder Irak verstorben sind.
Die von der islamistischen Bewegung ausgehende Bedrohung war 2024 nach wie vor die größte Gefahr für unser Land. Die Propaganda des IS und in geringerem Maße der AQ findet in bestimmten Kreisen weiterhin Anklang und verführt nach wie vor neue Generationen. Es handelt sich oft um junge Menschen, die zuvor unbekannt waren. 18% der Zahl der Bedrohungsmeldungen im Jahr 2024 bezog sich auf Minderjährige. Sie radikalisieren sich in der Regel online und kennen sich nicht länger offline. Dass Radikalisierung hauptsächlich im Internet stattfindet, stellt eine große Herausforderung dar.
Die Bedrohungslage bleibt im Übrigen sehr vielfältig. So waren auch Bedrohungen, die mit einem Kontext im Ausland und Anti-Establishment-Stimmungen zusammenhängen, deutlich sichtbar. Was die rechtsextremistische Bedrohung betrifft, gab es nur wenige Meldungen, aber dennoch wurden regelmäßig Fälle von der Staatsanwaltschaft und den Diensten bearbeitet. Was die linksextremistische Bedrohung betrifft, beobachteten wir eine höhere Aktivität, insbesondere aufgrund der Gaza-Problematik. Jedoch handelte es sich dabei um kleinere Zwischenfälle und nicht um tatsächliche Gewalttaten. Darüber hinaus befasste sich das KOBA mit der Verfolgung der von der russischen Invasion der Ukraine ausgehenden Bedrohungen. Bislang waren die Auswirkungen eher gering, und handelte es sich vor allem um kleinere Cyberangriffe, Einschüchterungen und Desinformationskampagnen.

